Die letzten Tage hatte ich einen großen Bogen um den Schreibtisch gemacht, ich war unzufrieden. Da gibt es eine Anfangsgeschichte von Theaterferien im Buch. Immer wieder feilte ich beim Durchlesen an dieser Geschichte herum, immer wieder war ich kommenden Tag unzufrieden mit dem Ergebnis. Bis ich nicht mehr weiter schrieb. Mit schlechtem Gewissen. Aber nicht stark, die Leute sagen ja: Schreiben kann man nicht immer, man braucht auch Pausen. Wer hat das denen, die nicht schreiben, gesagt? Was ist da dran? Ich merke nur, wenn ich mich zwinge zu schreiben, merkt man das am Schreibstil. Ist es das? Soll man warten, bis es natürlich fließt? Was ist, wenn es Monate nicht weiter geht? Kann man da mit Disziplin dagegen steuern?

Vielleicht muss ich es machen wie die von mir so hochverehrte Pina Bausch. Sie sagt: Disziplin ist alles, immer weiter machen und dranbleiben, jeden Tag, manchmal passiert gar nichts oder wenig, und sie muss trotzdem genau beobachten und zuhören und sehen, es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren und auf einmal hat sie einen Anhaltspunkt und der sog. Groschen fällt. Das Schreiben ist jetzt nicht vergleichbar, aber die Frage der Disziplin. Dann schreibt man so vor sich hin und auf einmal kommt man an eine Stelle, wo man spürt, da bleibe ich hängen, das führe ich aus und dann habe ich den Faden wieder und das davor kann ich verwerfen.

So mache ich das jetzt. Die Anfangsgeschichte ist schon rausgeschmissen. Es passiert da nicht viel Spannendes, sie ist uninteressant. 8 Seiten irgendwas sind jetzt im Archiv und jetzt ist mir wohler.

 

Bis zum nächsten Mal! Brigitte